Tricks von Experten fuer Experten

Ein Hoch auf den Schlüsseldienst in Hamburg!

Wer kennt das nicht? Die Tür fliegt zu und man steht vor der verschlossenen Haustür. Oft genug davon gehört, kam ich schließlich selbst „in den Genuss“  der vorübergehenden Obdachlosigkeit und wollte aufgrund zahlreicher Horror-Geschichten über teure Schlüsseldienste lieber selbst Hand anlegen. Mittlerweile weiß ich es besser.

Nach einer langen, stressigen Autofahrt kam ich endlich zuhause an. Der anstrengende Tag hatte mir einiges abverlangt, der zähfließende Straßenverkehr mit ewigem Stop-and-Go hatte mich zermürbt. Jetzt freute ich mich endlich auf einen wohlverdienten,  geruhsamen Abend. Eine Dusche, dann ein gutes Buch und ein Glas Rotwein. Der Tag durfte ausklingen. Doch daraus wurde nichts. Mein Hausschlüssel war unauffindbar. Weder in meiner Jacke, noch in meiner Hose und auch nicht im Auto, welches ganze drei Häuserblocks entfernt geparkt gewesen war. Da es sich hier auch noch um einen Sicherheitsschlüssel handelte, hätte ein Verlust immense Kosten bedeutet.

Und ich wollte auf gar keinen Fall mit dieser Frau aus der Hausverwaltung zu tun haben.

Was also tun?

Dass Samstagabend war, machte die Situation natürlich keinesfalls besser. Noch wollte ich den Schlüsseldienst nicht anrufen. Erfahrungsberichte, die von horrend teuren Aufsperrdiensten berichten gibt es schließlich in Hülle und Fülle. Auch von Abzocke ist oft die Rede.

Zuerst versuchte ich also, die Tür mit meinem Führerschein zu öffnen, dann musste ein Messer meiner Nachbarin herhalten. Doch die Tür blieb zu. Meine Behandlung beschädigte die Tür UND den Führerschein lediglich. Das Messer konnte so auch nicht mehr zurück gehen, sehr peinlich. Die Nerven lagen also brach. Schließlich gab ich auf. Über meinen mobilen Internetzugang durchstöberte ich eine Suchmaschine nach einem Schlüsseldienst in Hamburg und war auf das Schlimmste gefasst. Jetzt war es mir egal, ich wollte einfach nur noch rein in die gute Stube. Schnell fand ich einen Notöffnungsdienst in meinem Viertel.

 Sesam, öffne Dich.

Der Meister der Schließtechnik war, trotz der späten Stunde, schnell vor Ort. Nur zwanzig Minuten hatte ich auf ihn warten müssen. Da es meiner Meinung nach ein hochmodernes Schloss mit komplizierter Schließtechnik sein musste, befürchtete ich, dass er den Schließzylinder auffräsen, aufbohren oder gar komplett ziehen würde! Aber nichts dergleichen geschah. Innerhalb von 15 Sekunden hatte der freundliche Mann meine Tür geöffnet. Fast hätte ich ihn umarmt.

Wenn ich zu dieser Uhrzeit noch einen Kundenbesuch hätte machen müssen, wäre es um meine Laune wirklich weniger gut bestellt gewesen. Wohl hatte er Respekt für meine nervliche Verfassung, doch für ein kleines Späßchen war er sich trotzdem nicht zu schade und schaffte es so tatsächlich, meine schlechte Stimmung ein wenig zu besänftigen. Und das für einen Bediensteten einer Branche, die es fast grundsätzlich mit miesgestimmten Kunden zu tun hat. Da gehört doch wirklich der Hut gezogen!

Auch die Rechnung war keinesfalls zu beanstanden.

Offensichtlich konnte ich meine Überraschung über dieses prompte und positive Erlebnis mit einem Schlüsseldienst nicht verbergen. Der Handwerker wunderte sich nicht über das schlechte Image seiner Branche und bestätigte mir, dass sie viele „schwarze Schafe“ beherbergte. Diese Unternehmen gäben sowohl im Internet, in Telefon- und Branchenbüchern, als auch in Fernsprechauskunfteien vor, ortsansässig zu sein und berechneten anschließend lange Anfahrtswege, von der Dauer bis zur Ankunft ganz zu schweigen. An eine solche Firma war ich Gott sei Dank nicht geraten.

 

Natürlich muss man mit Zuschlägen an Wochenenden oder bei Nacht rechnen, den Schlüsseldienst zu bezahlen ist ja an sich auch eine Tätigung, die man sich im besten Fall hätte sparen können. Ist das Kind jedoch in den Brunnen gefallen, nützen weder Flüche noch blinder Aktionismus. Ich jedenfalls darf der Hausverwaltung jetzt erklären, wie die Kratzspuren an meiner Tür entstanden sind!  Irgendwann zumindest.

Der Schlüssel steckte übrigens von innen an der Tür.

Nachdem ich ihn direkt mit meinem Autoschlüssel gekoppelt hatte, war auch schon der Rotwein auf. Und die geplante Dusche wurde zu einem Vollbad.

 

 

 


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